Unsere Projekte, die wir in anderen Ländern unterstützen

Die Martinsgemeinde lebt und arbeitet im Geist ökumenischer Diakonie. Die Gemeinde pflegt den Kontakt zu einigen Projekten und unterstützt deren Arbeit vor Ort.
  • Albanien: DAIKA e.V. - Sehhilfen für Kinderaugen
  • Indien: New Hope
  • Israel: Neve Chana
  • Russland: Behinderte Menschen in Petrosawodsk
  • Türkisch/syrische Grenze: Schule für Flüchtlingskinder aus Syrien
Neben den Einnahmen aus unserer Bücherstube, dem Adventsbazar u. ä. können Sie auch gezielt für ein Projekt spenden.

Überweisungen (mit dem Stichwort des Projekts) bitte auf unser Gemeindekonto der Martinskirche:
Spendenkonto der Martinsgemeinde bei der Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE50 6415 0020 0000 0257 24
BIC: SOLADES1TUB bei der Kreissparkasse Tübingen
Spendenquittungen werden Ihnen zugesandt. (Dazu bitte Ihre Adresse angeben!).
Im Folgenden die Beschreibung der Projekte:

Projekt mit DAIKA e.V.: Augenmedizinische Hilfe für Kinder in Albanien und im Kosovo

Der Tübinger Verein „Deutsch-Albanische Initiative Kinderaugen“ DAIKA e.V., initiiert von Ehepaar Joos-Kratsch, bietet Hilfe in Nordalbanien und im Kosovo an. Das Hauptgewicht liegt auf der Untersuchung der Augen von Kindergarten- und Grundschulkindern und der Versorgung sehschwacher Kinder mit der richtigen Brille. Dabei arbeitet die Initiative auch mit caritativen Einrichtungen vor Ort zusammen, wie Heime für Sinti und Roma, für Opfer von Blutrache, für Kinder mit gesundheitlichen Problemen. Die Untersuchungen an den Schulen der Gebirgsorte finden oft unter einfachsten Bedingungen im Freien statt. Es sind vorwiegend abgelegene und sehr arme Gegenden, die bei den Einsätzen aufgesucht werden.

Augenuntersuchung
Augenuntersuchung unter einfachsten Bedingungen
  Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die kleine Gebirgsstadt Fushe-Arrez, eine frühere Minenregion. Da der Bergbau mittlerweile eingestellt wurde, ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. Die Augenuntersuchungen finden in Zusammenarbeit mit einer von deutschen Ordensschwestern betriebenen Station statt. Eine augenärztliche Versorgung existiert in der Region nicht; daher hat der Verein im Herbst 2015 mit gespendeten Geräten dort eine kleine augenmedizinische Station aufgebaut. Mit einem albanischen Augenarzt wurde vereinbart, dass er im Auftrag des Vereins regelmäßig nach Fushe-Arrez fährt und dort Sprechstunden abhält.
Zu den Einsätzen, die mehrmals jährlich gemacht werden, sind freiwillige Helfer (z.B. als Schreibkräfte) willkommen.

Kontakt in Tübingen: Elfriede Joos-Kratsch und Dietrich Kratsch

Quelle: ein-zehntel-stiftung.de
Aus dem Martinsbrief 4/2017

Deutsch-Albanische Initiative Kinderaugen DAIKA e.V.

Das Jahr 2017 war nicht einfach. Wir hatten einige Premieren; erstmals einen Einsatz im Winter (auch im albanischen Gebirge gibt es Schneestürme) und im Herbst eine Fahrt mit einem Transporter auf dem Landweg, insgesamt fast 4.000 km Fahrt. Dazwischen gab es zwei Einsätze im März und Mai, die davon überschattet waren, dass unsere albanischen Mitarbeiter die Arbeiten nicht umfassend vorbereitet hatten und auch während der Untersuchungen zu wenig motiviert waren. Daher gab es danach Diskussionen, ob es sinnvoll ist, wie bisher weiterzumachen. Wir entschieden uns, genaue schriftliche Arbeitsregelungen zu formulieren und für den nächsten Einsatz eine ausführliche „To-do-Liste“ vorzugeben. Die Arbeitswoche im Herbst hat gezeigt, dass dies der richtige Weg ist.

Im Internet hatten wir gesehen, dass die österreichische Marianne-Graf- Stiftung in dem Gebirgsstädtchen Puka bei der Renovierung eines Hospitals geholfen hat. Das Hospital hat ein großes Einzugsgebiet (die Fläche von Puka ist fünf Mal so groß wie die Gemarkung Tübingen), aber es gibt keinen Augenarzt. So waren der Direktor des Hospitals und der Bürgermeister sehr interessiert, mit uns in Kontakt zu kommen. Auch dort werden wir kostenlos Räume bekommen und eine kleine Untersuchungsstation einrichten. Bei unserem Septembereinsatz hat uns ein Gerätetechniker begleitet. Er hat unsere Geräte überholt; wie immer in Albanien war Improvisation gefragt. Die Spaltlampe hatte einen Schlag abbekommen, die Justierung stimmte nicht mehr. Mit 2 Unterlegscheiben war die Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt. Jürgen nahm sich auch der verbogenen Kinderbrillen an und sorgte wieder für den richtigen Sitz.

Das Projekt besteht nunmehr seit fünf Jahren. Bislang haben wir ca. 5.600 Kinder, Jugendliche und auch ältere Personen untersucht und über 500 Brillen verordnet. Bisher haben wir drei augenmedizinische Stationen eingerichtet, eine vierte soll noch hinzu kommen. Auch wenn es immer wieder ein schwieriger Weg ist: die Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen, denen wir ein besseres Sehen ermöglich haben, zeigt, dass sich Einsatz und Aufwand lohnen.
Dietrich Kratsch

New Hope / Indien

New Hope im ostindischen Bundesstaat Orissa ist ein Zentrum für Lepra- und Polio-Kranke, und inzwischen auch für Aids-Kranke. Das erste "St. Martins Hous" konnte 1996 für Polio- und Lepra-Kranke errichtet werden; ein zweites für Aids-Kranke wurde 2002/03 gebaut.

Da für die Versorgung der Lepra-Kranken inzwischen der Staat zuständig ist, sind es mehr HIV-kranke Kinder, die in der Einrichtung Aufnahme finden. Dazu kommen Straßenkinder und Kinder, die ausgesetzt wurden. In „New Hope“ bekommen sie ein Zuhause in kleinen Gruppen, Unterricht und Fürsorge und Hilfe beim Einstieg in eine Ausbildung bzw. ein Studium.

Die Martinsgemeinde ist der Einrichtung und dem Gründer von „New Hope“ schon seit über 30 Jahren persönlich verbunden.

Sie können Ihren Geburtstag von den Kindern in New Hope feiern lassen oder eine Geburtstagfeier verschenken!
Die Speisung aller Kinder für einen Tag (den Geburtstag des/der Spender/in) kostet umgerechnet ca. 85,- Euro. Dafür wird dann das deutsche Geburtstagskind in einer kleinen Feier genannt und bedacht. Dazu bekommt das Geburtstagskind ein Bild aus Indien, von Kindern gemalt, ein Foto der Feier und ein Schriftstück zur Erinnerung per email zugesandt. Wer 850,-Euro spendet, bekommt alljährlich (für 100 Jahre!) seinen Geburtstag gefeiert. Sein Geld wird zu 10% Zinsen in Indien fest angelegt; die Jahreszinsen finanzieren dann jedes Jahr die Feier mit Speisung für den einen Tag für alle Kinder.

Lassen Sie sich feiern oder verschenken Sie eine Feier! Spenden mit dem Vermerk "New Hope-Geburtstag" samt Geburtsdatum, Name und Adresse werden nach Indien weitergeleitet, von wo das Geburtstagskind dann Post bekommt; und von der Martinskirche erhalten Sie eine Spendenquittung, sei es über 85 Euro für ein Jahr oder 850 Euro für "ewig".

Formular (PDF) bitte ausfüllen uns zukommen lassen.
Gründer und Leiter in Indien: Eliazar Rose
Kontakt in Tübingen: Albrecht Schaal, Tel. 51021
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Weihnachtsfeier
Aus dem Martinsbrief 4/2017

Neues von New Hope in Indien

In diesem Jahr hat Eliazar Rose, Direktor und Gründer von New Hope in Orissa, Indien, drei neue Projekte ins Leben gerufen:

Die landwirtschaftliche Ausbildung von Frauen der Kondh-Ureinwohner; dann die Aufnahme von alleinstehenden alten Menschen, für die niemand sorgt; sowie die Einbindung der oft mehrfach behinderten Menschen von New Hope in die eigene Landwirtschaft, die der Selbstversorgung dient. Dafür hat ihm die Martinsgemeinde auf seine Bitte hin kürzlich für New Hope bestimmte Spendengelder der vergangenen Monate überwiesen, und er hat sich sehr herzlich dafür bedankt.

Gleichzeitig läuft die bisherige vielfältige Arbeit dort weiter. Hier haben wir von der Martinskirche zusätzlich zur langjährigen Unterstützung seit diesem Jahr auch die Kosten für die Verpflegung der Waisenund HIV-positiven Kinder bei New Hope zugesagt. Dafür hoffen wir zum Jahresende auf viele Spenden aus unserer Gemeinde. Das gespendete Geld kommt ohne Abzüge den Bedürftigen in Indien zugute.
Spendenbescheinigungen werden zugesandt.
Herzlichen Dank allen Gebern im Namen der Menschen bei New Hope!
Albrecht Schaal

Aktuelles aus dem Kinderheim „Neve Hanna“ in Qiryat Gat/ Israel

Das Kinderheim „Neve Hanna“ liegt in Qiryat Gat, einer mittelgroßen Stadt am Nordrand der Negev-Wüste, die von einer großen kulturellen Vielfalt geprägt ist. In Neve Hanna leben etwa 120 Kinder aus sozial schwachen und problematischen Familien. Die meisten wohnen in stationären Gruppen, etwa ein Drittel besucht nach der Schule bis nach dem Abendessen die insgesamt drei Tageshorte. In einem davon werden arabische und jüdische Kinder gemeinsam erzogen. Diese Gruppe, genannt „Natif le Shalom“ – „Pfad des Friedens“ – ist Ausdruck der pädagogischen Überzeugung, dass Feindseligkeiten zwischen Völkern, wie auch im Nahost-Konflikt, nur dadurch überwunden werden können, wenn Friedensarbeit auf unterster Ebene, also bei den Kindern, ansetzt. Nur wer als Kind verschiedene Lebensformen in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten kennengelernt hat, wird als Erwachsener Anderssein differenziert beurteilen und annehmen können – gemäß der Erkenntnis von Marie Curie „Was man verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht.“

Für diese Friedensarbeit wurde 2016 im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins „Neve Hanna Kinderhilfe e.V.“ in Hamburg dem Heim eine große Anerkennung zuteil: In einem feierlichen Akt wurde Dudu Weger, dem Heimleiter von Neve Hanna, die „Goldene Taube“ überreicht. Dieser Preis, entworfen von dem deutschen Künstler Richard Hillinger, wird Menschen und Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Völkerverständigung einsetzen. Der Preis wurde bereits vergeben an Organisationen wie Amnesty International, Greenpeace, Nelson Mandela, Michael Gorbatschow Papst Benedict XVI., US Präsident Barack Obama, dem Dalai Lama und Angela Merkel. Der Überbringer, Dr. Joachim Hahn, Vorsitzender des Arbeitskreises „Alemannia judaica“, dem ein halbes Jahr zuvor der Preis verliehen worden war, hob insbesondere das Engagement in Bezug auf den Brückenbau zwischen deutschen und israelischen, christlichen, arabischen und jüdischen Jugendlichen hervor.

Quelle: Dagmar Bluthardt, Esslingen
Aus dem Martinsbrief 4/2017

Aktuelles aus dem Kinderheim „Neve Hanna“

Die Oase der Hanna“ – wie das Kinderheim im israelischen Kiryat Gat zu Deutsch heißt – hat auch in diesem Jahr weiter daran gearbeitet, dass sie genau das für die dort lebenden Kinder sein kann, was sie namentlich impliziert: eine Oase, ein friedvolles Zuhause, ein Rückzugsort mit therapeutischer Hilfe. Zu den schon über Jahren aufgebauten Projekten des Kinderheims zählen ein kleiner Tierpark, eine Bäckerei und der „Pfad des Friedens“: eine Tageshort-Gruppe, die sich aus jüdischen Kindern und muslimisch-beduinischen Kindern zusammensetzt.

Neu ist in diesem Jahr das Gartentherapieprojekt, das Kinder mit der Gestaltung und der Nutzung der Pflanzenwelt vertraut macht. Die Gruppe lernt, ihre Umgebung in Qiryat Gat/ Israel ästhetisch zu gestalten und natürliche Ressourcen für ihre tägliche Ernährung zu nutzen.

Da das Kinderheim trotz erschwerter Bedingungen auf die Zusammenarbeit mit den Eltern und nicht auf Abschottung setzt, wurde außerdem in der heimeigenen Bäckerei ein Brot- und Kuchenbackkurs ins Leben gerufen, bei dem die Kids gemeinsam mit ihren Eltern lernen, unterschiedliche Sorten Brot, Kekse und Kuchen zu backen. Der gesamte Prozess wird von einer Sozialarbeiterin begleitet. Ziel dieses Projekts ist es, die Eltern, die sich oft auf Grund ihrer schwierigen Situation zurückgesetzt fühlen, einzubeziehen und deren Vertrauen zum Kinderheim zu stärken.
Dagmar Bluthardt

Behinderte in Petrosawodsk

Es fing mit einem Selbsthilfeprojekt ´Das behinderte Kind´ an : Für 35 Familien mit schwer behinderten Kindern wurde eine Drei-Zimmer-Wohnung zum Selbsthilfezentrum. Heute unterstützen wir die therapeutische Arbeit mit behinderten Kindern, eine Gesprächstherapiegruppe mit behinderten Jugendlichen, ein stadtteilnahes Behindertenzentrum und eine Reittherapie für behinderte Kinder.

Diese partnerschaftliche Verbindung besteht seit 1989, ausgehend von der Städtepartnerschaft zwischen Tübingen und Petrosawodsk.

Die Stadtgründung von Petrosawodsk wird auf 1703 unter Zar Peter dem Großen datiert. Dieser ließ am Südufer des Onegasees eine Kanonengießerei gründen. Aus den Arbeitersiedlungen entstand eine Siedlung, die 1777 unter Katharina der Großen Stadtstatus erhielt. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Heute ist Petrosawodsk die Hauptstadt der Nordwestrussischen Republik Karelien, liegt 400 km nordöstlich von St. Petersburg und hat ca. 270 000 Einwohner.

Kontakt in Petrosawodsk: Valentina Dwinskaja
Kontakt in Tübingen: Maria Schmid, Tel. 26835
Musiktherapie
Musiktherapie

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Die Leiterin der Reittherapie mit einem der Therapiepferde
Aus dem Martinsbrief 4/2017

Aktuelles und Grüße aus Petrosawodsk

Seit 21 Jahren kümmert sich der Kinderfond „Centaur“ in Petrosawodsk mittels therapeutischem Reiten um die Rehabilitierung behinderter Kinder und Jugendlicher. Dazu schrieb die Vorsitzende von „Centaur“, Irina Burmistrowa, soeben in einem Dankesbrief an die Martinskirchengemeinde:

„Und diese ganze Zeit sind Sie mit uns geblieben!!!“ und: „Eine sich auf das Wohl der anderen richtenden Tätigkeit war immer zum Los der Erwählten, in deren Herzen es immer einen Platz für Mitgefühl gegeben hat!“ Demnächst soll „Centaur“ 3000 Euro von der Martinskirche für die Beschaffung von Winterfutter und die Erneuerung alter elektrischer Leitungen bekommen.

Genau so „dankerfüllt“ ist das von der Martinskirche ebenfalls seit langem unterstützte „Zentrum Quelle“, insbesondere für den zuletzt geleisteten Beitrag von 3000 Euro. Damit wurde eine „bequeme, sichere und für die Kinder höchst anziehende“ Neugestaltung des Sportplatzes möglich:

„Von nun an können die Kinder, die sich nur mit einem Rollstuhl bewegen, auch Karussell fahren, In Sandhaufen spielen, Sportgeräte benutzen, einen Ball in den Ring einwerfen.“

Allen, die zu diesen Hilfen beigetragen haben, und weiter helfen wollen, dankt die Martinskirche.
Maria Schmid

Die Salam-Schule in Gaziantep

Beinahe täglich erreichen uns schreckliche Nachrichten von dem, was derzeit im Nahen Osten passiert. Unvorstellbar das Leid, durch das die gehen müssen, die ohnehin nicht viel hatten. Weil wir nicht tatenlos zusehen wollten, haben wir eine kleine Schule für syrische Flüchtlingskinder gegründet – die Salam-Schule. Sie befindet sich in Gaziantep, einer türkischen Stadt nahe der syrischen Grenze. Hierhin sind Hunderttausende geflohen. Hier haben sie einen Unterschlupf gefunden, hier überleben sie, weil sie den Müll durchwühlen, weil sie betteln oder weil sie eine einfache Arbeit finden konnten. Was im März 2014 sehr improvisiert in einer kleinen Wohnung begann, hat sich in den letzten Jahren zu einem bemerkenswerten Projekt entwickelt. Während am Anfang nur Raum für 25 Kinder war, kommen heute jeden Tag insgesamt 180 Kinder. Das Schulprogramm findet in insgesamt drei übereinanderliegenden Wohnungen eines Hochhauses statt. Sechs Klassenstufen, eine Vorschule, Kleinkinderbetreuung. Und jeden Tag eine warme Mahlzeit für alle. 16 Angestellte geben ihr Bestes, um zu unterrichten, zu putzen, zu kochen und um einfach für die Kleinen und ihre Nöte da zu sein. Weil jeder weiß, was er zu tun hat, und da anpackt, wo Hilfe gebraucht wird, ist das anfängliche Chaos einer soliden Routine gewichen. Die Salam-Schule ist mehr als ein geschützter Ort, an dem Kinder sich ausprobieren, fragen, dazulernen und einfach Kind sein können. Sie ist ein kleines Symbol, ein Zeichen der Hoffnung inmitten der Perspektivlosigkeit gestrandeter Familien. Durch regelmäßige Besuche bei den Familien unserer Schulkinder versuchen wir, wo es möglich ist, zu unterstützen, zu trösten, Hoffnung zu machen. Nein, ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht, noch immer können unsere Familien nicht nach Hause gehen. Doch die Zeit des Wartens muss nicht vergeblich sein. Schon jetzt ist für uns klar, dass wir dann, wenn der Krieg vorbei und der Weg zurück nach Syrien wieder frei sein wird, mitgehen und mitanpacken wollen. Bis es soweit ist, machen wir weiter. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns zur rechten Zeit versorgen wird mit allem, was wir brauchen. So hat er es bisher jedenfalls immer getan.

Kontakt in Gaziantep und in Tübingen: Yasin Adigüzel (Jugendreferent beim Ev. Jugendwerk)
Salemschule
Aus dem Martinsbrief 4/2017

Veränderungen in der Salam-Schule in Gaziantep

Vor dreieinhalb Jahren haben wir in Gaziantep, einer türkischen Stadt nahe der syrischen Grenze, ein Schulprojekt für syrische Flüchtlingskinder gestartet. Die SalamSchule befand sich zunächst in einer kleinen Wohnung eines gewöhnlichen Wohnhauses. Sie wurde schnell zu einem Ort für Kinder, die auf der Flucht vor dem Blutvergießen mit ihren Familien in Gaziantep gestrandet waren. Bei uns haben sie Lesen und Schreiben gelernt und hatten einfach Raum zur Entfaltung, inklusive einer warmen Mahlzeit täglich.

Dankbar sind wir für das wunderbare Gelingen und Wachsen unserer kleinen Schule, für die vielen unglaublich tollen Menschen, die sich in den vergangenen Monaten und Jahren in dieses Projekt eingebracht haben, und nicht zuletzt für die vielen Unterstützer, ohne die das Projekt nicht denkbar wäre.

Vielen Dank, liebe Martinsgemeinde Tübingen, dass Ihr uns nun schon so lange treu unterstützt!

Dreieinhalb Jahre – und seither ist viel passiert. Für die meisten Familien ist der Traum von einer Rückkehr in die Heimat nach wie vor in unerreichbarer Ferne. Sie rechnen damit, noch lange Zeit in der Türkei ausharren, durchhalten zu müssen. Auch die Regierungsverantwortlichen in der Türkei stellen sich auf einen langfristigen Aufenthalt syrischer Geflüchteter ein. Mittlerweile haben alle unsere 245 syrischen Schulkinder, auch dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Mitarbeiter, einen Platz an einer türkischen Schule erhalten. Damit eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, offizielle Zeugnisse und auch einen anerkannten Schulabschluss zu erwerben.

Wir haben die Struktur der SalamSchule an die neue Situation angepasst und arbeiten nun in drei Bereichen. Zum ersten haben wir den Kindergartenzweig erweitert. In drei Gruppen betreuen wir Klein-, Kindergarten- und Vorschulkinder. Zum zweiten kooperieren wir mit mittlerweile elf Schulen, in denen unsere Schulkinder einen Platz bekommen haben. Sie kommen an sechs Tagen in der Woche für täglich zwei bis drei Stunden zur Nach- bzw. Hauaufgabenhilfe. Ein Schwerpunkt liegt hier auf dem Erlernen der türkischen Sprache. Zum dritten bieten wir in unseren Vorbereitungsklassen neuen Kindern die Möglichkeit, sich auf den Einstieg an einer türkischen Schule vorzubereiten. Nach wie vor sind alle Kinder zum Mittagessen eingeladen. Derzeit setzen sich 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unsere Kinder ein.
Yasin Adigüzel

Flüchtlinge in unseren Kirchengemeinden

siehe Hilfe für Flüchtlinge