Hilfe für Flüchtlinge ...

Unterstützerkreise unserer Gemeinde

Arbeitskreis Asyl (Schwalbenweg/Sand)

Der Arbeitskreis "Asyl" der Martinskirche besteht seit 1992 mit noch sieben Mitgliedern aus der Anfangszeit, wird seit 1995 von Pfarrerin i.R. Erika Kurz geleitet und konnte im Herbst 2015 um 23 neue Mitglieder erweitert werden. Viele gehören nicht der Martinskirche an. Grund der Erweiterung des Kreises war der Zuzug von 114 neuen Flüchtlingen aus 12 Ländern in drei Häuser im Schwalbenweg und in zwei Wohnungen in der Liststraße. Wir unterstützen Menschen, die nach Flucht und Aufenthalt im Lager immer noch zu mehreren in einem Zimmer untergebracht sind und sich fremd bei uns fühlen. Wir helfen ihnen, sich im Dschungel unserer Bürokratie zurechtzufinden. Wir begleiten sie zu Ämtern oder Ärzten, zeigen ihnen die Stadt, Einkaufsmöglichkeiten oder Sportstätten. Wir besorgen Kleidung, Spielzeug, Fahrräder. Wir sorgen auch dafür, dass Flüchtlinge, die keinen Anspruch auf einen Integrationskurs haben, mit ehrenamtlichen Lehrerinnen Deutsch lernen oder Schulkinder Nachhilfeunterricht bekommen.

Sobald die Flüchtlinge aus der vorläufigen Unterbringung ausziehen müssen, z. B. nach ihrer Anerkennung als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention, sind wir behilflich bei der in Tübingen zurzeit fast aussichtslosen Wohnungssuche. Auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Arbeitsstelle helfen wir. Regelmäßig besuchen wir die neuen und auch immer noch die alten Familien und die Einzelpersonen. Wir hören hin, wenn sie von ihren Problemen sprechen, ihre Ängste mitteilen oder von ihrer Flucht erzählen. Wir sind einfach da. Und manchmal gelingst es, Ängste zu nehmen oder zum Durchhalten zu ermutigen, wenn auch nach zwei Jahren noch kein Bescheid vom BAMF gekommen ist, oder wenn die Familie, die nachziehen darf, keinen Termin bei irgendeiner Auslandsvertretung der BRD bekommt, um einen Visumsantrag zu stellen. In solch einem Fall versuchen wir, alle Möglichkeiten auszuloten. Bisweilen kämpfen wir gegen Windmühlen. Und ganz von selbst wachsen uns die Menschen ans Herz, Vertrauen entsteht, und wir lernen voneinander.

Unterstützerkreis Flüchtlinge in der Niethammerstraße

Der Unterstützerkreis Niethammerstraße ist seit Ende 2014 in der Gemeinschaftsunterkunft Niethammerstraße für ca. 60 Flüchtlinge aktiv. Die Flüchtlinge stammen aus dem Iran, Irak, aus Pakistan, Eritrea, Gambia und vom Balkan. Zu den Bewohnern gehören auch 20 Kinder. Zwei Familien sind Roma.
Bis November 2016 wurden acht Bewohner nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt, vier davon leben nach wie vor in der Unterkunft. Ein Bewohner (Kind, 20 Monate alt) ist schwerbehindert.
Die Wohnungen in der Niethammerstraße sind vergleichsweise komfortabel, waren jedoch von Anfang an überbelegt.

Die Arbeit des Unterstützerkreises Niethammerstraße findet in der Unterkunft selber (persönliche Besprechungen) und in den Räumen des Hermann-Diem-Hauses (Deutschunterricht, PC-Kurs, Religionsunterricht, Einzelveranstaltungen) statt. Ohne diese Ressource hätte die Arbeit nicht aufgebaut und durchgehalten werden können.

Im Zeitraum Dezember 2014 bis zum Stichtag 30. Juni 2016 haben sich nacheinander folgende Schwerpunkte entwickelt:

Beginn (ca. 3 Monate):
Organisation materieller Hilfen (Kleidung, Möbel, Haushaltsartikel).
Zusätzlich: Begleitung zu Behörden, Ärzten, Rechtsanwälten und anderen Einrichtungen. Parallel Aufbau eines Kreises von ca. 30 Ehrenamtlichen - zum großen Teil aus der Martins-Gemeinde -, die nach und nach in 10 Teams von 1-5 Personen Gruppen von Flüchtlingen begleiten.
Ab Frühjahr 2015:
- Vermittlung in ein vollkommen unzureichendes Angebot an niederschwelligen Sprachkursen; Aufbau eines Deutschkurses A1 im Hermann-Diem-Haus. Teilweise Alphabetisierungsmaßnahmen. Kooperation mit dem Stadtteiltreff Waldhäuser-Ost.
- Zugewinn von Dolmetschern.
- Erste gemeinsame Schulungsmaßnahme für Tübinger Unterstützerkreise (Asylrecht) im Hermann-Diem-Haus.
- Aufbau von Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für die Flüchtlingskinder.
- Integration in das Leben der Kirchengemeinde, soweit es von den Flüchtlingen her gewünscht wird.
Ab Sommer 2015:
- Zweite Schulungsmaßnahme für Tübinger Unterstützerkreise im Hermann-Diem-Haus (Ausbildung, Arbeit, Arbeitsmarkt).
- Fortlaufend Deutschunterricht mit professionellen Deutschlehrern.
- Aufbau einer Gruppe von Sprachpatinnen zusätzlich zum Deutschunterricht.
- Beginn der Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit.
- Parallel: Die ehrenamtlichen Unterstützer*innen kümmern sich weiterhin um Alltagssorgen aller Art, begleiten durch das Asylverfahren, in gesundheitlichen Fragen und bei medizinischen Eingriffen oder auch Problemschwangerschaft. Enge Zusammenarbeit mit der Martins-Gemeinde.
- Außerdem Vermittlungsversuche in Freizeitangebote.
Ab Herbst 2015:
- Intensivierung des Deutschkurses im HDH.
- Übermittlung der allermeisten Flüchtlinge in das Deutschkursangebot der Agentur für Arbeit (inzwischen Integrationskurs von BAMF mit Ziel B1-Niveau).
- Beginn der Supervision für Ehrenamtliche.
- Vernetzung mit anderen Unterstützerkreisen auf Stadt- und Kreisebene.
- Zwei Ehrenamtliche engagieren sich intensiv in der Förderung der Flüchtlingskinder in der Grundschule Winkelwiese/ Waldhäuser-Ost.
November 2015:
Start eines PC-Kurses im Hermann-Diem-Haus
Ende 2015:
Konkretisierung möglicher Abschiebungen von Balkanfamilien.
Frühjahr/Sommer 2016:
Zusätzliche Arbeitsschwerpunkte:
- Anschlussunterkunft. Erste geglückte Zimmervermittlung (befristet) für zwei anerkannte Flüchtlinge.
- Familienzusammenführung: Eine Familienzusammenführung ist in Vorbereitung. Geschätzte Gesamtdauer: 2 Jahre.
- Einstiegsqualifizierung für Ausbildungs- und Arbeitsaufnahme: Enge Zusammenarbeit mit BBQ und Agentur für Arbeit. Mehrere erfolgreiche Vermittlungen in Praktika. Zwei Flüchtlinge sind seit September 2016 in einer dualen Berufsausbildung.
- Aufbau von „Freundeskreisen“ zur Begleitung in den kommenden Anschlussunterkünften bzw. im Fall von Rückkehrern (Balkan-Flüchtlinge) im Herkunftsland. Organisation von Begleitangeboten während einer Berufsausbildung oder beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen. Enge Zusammenarbeit mit großen sozialen Einrichtungen (z. B. Brot für die Welt, Diakonisches Werk Württemberg) und Dolmetscherinnen.
- Nach wie vor zusätzliche Sprachförderung im Hermann-Diem-Haus zur Vorbereitung auf die B1-Prüfung.
- Mitarbeit beim Runden Tisch Gesundheit (Kooperationsgespräche zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen „Gesundheitsarbeiter_innen“ mit der Stadt Tübingen).
- Mitarbeit in der Vernetzungsplattform der Unterstützerkreise Tübingen (Stadt und Landkreis) in den Arbeitsgruppen Anschlusswohnen, Arbeit, Sprachförderung, Öffentlichkeitsarbeit sowie auf der Organisationsebene.

Möglichkeiten der Mitarbeit im Unterstützerkreis Niethammerstraße

Wir suchen Menschen, die Flüchtlinge begleiten, z.B. für folgende Aufgaben:
  • in einem ehrenamtlichen Team mitarbeiten, um Flüchtlinge zu begleiten
  • Teilnahme an Grundschulungen und Supervision
  • zuhören
  • Begleitung zu Arztpraxen, Behörden, Anwälten etc.
  • Hausaufgabenhilfe für die Kinder
  • Teilnahme an den Besprechungen des Unterstützerkreises Niethammerstraße vor allem: eigene Stärken und Möglichkeiten einbringen.

Kontakt Unterstützerkreis Niethammerstraße: monika.petersen(at)gmx.de
Kontakt Arbeitskreis Asyl (Liststraße und Schwalbenweg): erikakurz(at)yahoo.de

Spenden erbeten ... ... zur Flüchtlingshilfe auf das Konto:
Martinsgemeinde Tübingen
IBAN: DE50 6415 0020 0000 0257 24
BIC: SOLADES1TUB
Verwendung: Deutschkurs Flüchtlinge
Sie erhalten eine Spendenquittung.